BERLINER ERKLÄRUNG

verabschiedet auf dem Bundesseminartag 2015 in Oldenburg

  • Lehrerbildung an Universitäten und in der Zweiten Phase (Referendariat) muss den gesellschaftlichen Veränderungen und neuen schulischen Herausforderungen gerecht werden.
    Erweiterte Anforderungen an die Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Ausbilderinnen und Ausbilder ergeben sich insbesondere aus Interkulturalität, Migration, Inklusion, Persönlichkeitsbildung, Ganztag, Arbeit in Teams, individueller Förderung u.a.m.
  • Eine qualitativ hochwertige Lehrerausbildung wird vor allem durch die Zweite Phase gesichert, da die kohärente Verschränkung von Theorie und Praxis ihr Alleinstellungsmerkmal ist. Nur durch die Zweite Phase der Lehrerausbildung sind zudem kontinuierliche personelle Begleitung und personenorientierte Beratung zur Stärkung einer selbstreflexiven Persönlichkeit gewährleistet, da dies von den Universitäten nicht geleistet werden kann.
  • Bildungspolitik hat für die Lehrerausbildung in den Ausbildungsseminaren und Ausbildungsschulen die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen sowie die erforderlichen Ressourcen bereitzustellen, die diesen Anforderungen in ihrer hohen gesellschaftlichen Relevanz gerecht werden.
  • Die Ausbilderinnen und Ausbilder der Ausbildungsseminare arbeiten in einer hervorgehobenen Funktion. Dies erfordert die Gewinnung qualifizierter Mitarbei-terinnen und Mitarbeiter, eine der Funktion vorausgehende Professionalisierung sowie eine fest budgetierte Fortbildung. Nur so kann Ausbildung den erweiterten Ansprüchen der Ausbildungscurricula gerecht werden.
  • Derzeit hat der Erwerb interkultureller sowie inklusiver Kompetenzen – Umgang mit Vielfalt, förderpädagogische Grundkompetenzen, Sprachförderung, sprachsensibler Unterricht, – mit Blick auf die Ausbildungs- und Beratungsfunktion der Ausbilderinnen und Ausbilder besondere Bedeutung und bedarf dringend der Qualifizierung der Ausbilderinnen und Ausbilder.
  • Die Verkürzung des Vorbereitungsdienstes in verschiedenen Bundesländern auf 18 Ausbildungsmonate oder gar darunter führt zu einer nicht verantwortbaren Verdichtung der Ausbildung für die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter wie auch für die Ausbilderinnen und Ausbilder in den Ausbildungsseminaren.
  • Wir nehmen in einem verkürzten Vorbereitungsdienst eine Überfrachtung der Ausbildungscurricula und der Anforderungen auf Kosten von Ausbildungstiefe, Können und Nachhaltigkeit wahr.
  • Unangemessen hohe Anteile bedarfsdeckenden selbstständigen Unterrichts ohne Begleitung durch Ausbilderinnen und Ausbilder sind für den Erwerb der notwendigen Lehrerkompetenzen kontraproduktiv. Sie folgen vorrangig dem Motiv von Einsparmaßnahmen. Der Erwerb von Handlungskompetenzen im selbstständigen unbegleiteten Unterricht wird suggeriert, Ausbildungsqualität damit aber nicht erreicht.
  • eine viersemestrige Masterphase auch der Lehrämter Grundschule, Sekundar-schule I aller Lehrämter sowie der Sonderpädagogik im Studiengang nach BA-MA,
  • die Erhöhung der berufsqualifizierenden bildungswissenschaftlichen und fach-didaktischen Studienanteile mit deutlichem Bezug auf das zukünftige berufliche Arbeitsfeld,
  • unterschiedliche Akzentuierungen im Studium nach den Erfordernissen des jeweiligen Lehramts sowie modulare Qualifikationserweiterungen und flexible Umstiege,
  • erweiterte Praxisphasen in der Ersten Phase der Lehrerausbildung, die aber keinesfalls als quasi „vorgezogener Vorbereitungsdienst“ angesehen und gegenseitig verrechnet werden dürfen,
  • ein eigenständiges Lehramt „Sonderpädagogik“, daneben für alle Lehrämter die Konkretisierung und den Erwerb der erforderlichen Handlungskompetenzen, um individuelle Vielfalt als Herausforderung und Chance nutzen zu können.
  • ein Beförderungsamt für alle Ausbilderinnen und Ausbilder an Ausbildungsseminaren,
  • institutionelle Kooperationsregelungen für Praxisphasen bzw. Praxissemester zwischen Erster und Zweiter Phase der Lehrerbildung,
  • die Bereitstellung notwendiger Ressourcen für konzeptionelle Arbeit, Implementation und Realisierung der Kooperation mit allen an der Ausbildung Beteiligten,
  • die Bemessung von bedarfsdeckendem bzw. eigenverantwortlichem Unterricht hat dem Ausbildungsinteresse zu folgen und muss hoher Qualität von Ausbildung verpflichtet sein.
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Die Berliner Erklärung können Sie hier herunterladen.

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